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1789

Bei einem Wetter

Christian Friedrich Daniel Schubart

Wolkensammler, der im Himmel thronet, Der so gerne seine Menschen schonet, Sprich zum Wetter, das uns droht: Werde Segen, und nicht Tod!

Unter mancher strohbedeckten Hütte Winselt ja des armen Waisen Bitte: Straf uns nicht in deinem Zorn, Vater, laß uns unser Korn!

Wenn die schwarze Wolke donnerträchtig, Unsre Saaten zu verwüsten, mächtig Ueber unsre Gauen zeucht; Ach, so werde sie verscheucht.

Winke, daß ein Schlauch die Wolke werde, Segen zu verspritzen auf die Erde; Leuchte mit des Blitzes Licht Irrenden, nur tödte nicht.

Standest du nicht auf dem Regenbogen Einst vor Noah? sprachest: Euch gewogen Bleib' ich, Wasserfluthgericht Straf' euch Menschen fürder nicht!

Laß dies auch von deinem Donner gelten; Spar aufs Weltgericht sein grimmes Schelten; Laß des Hagels schwere Wuth Schmelzen in der Liebe Gluth.

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