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1790

An mein Vaterland

Christian Friedrich Daniel Schubart

Heil dir, du liebes Vaterland, Du Land voll Kraft und Muth! Heil dir! dein Kaiserkronengold Gabst du dem König Leopold;

Wie groß ist er, wie gut! Allüberall verkündet es Metallner Donnerton. Wenn du ein deutscher Bürger bist,

So jauchze laut! Dein Kaiser ist Theresens weiser Sohn. Die göttliche Religion Hat ihn so gut gemacht,

Die göttliche Religion, Sie, die des höchsten Herrschers Sohn Auf unsre Welt gebracht. Drum trägt die Wage er so stät,

Die ihm ein Engel gab, Er wägt, gleich ist ihm Herr und Knecht, Des Fürsten Recht, des Bettlers Recht Auf gleichen Schalen ab.

Dem Weisen, Guten, Frommen ist Sein Auge Sonnenschein; Lohn glänzt für sie in seiner Hand. Doch wird sein Auge Wetterbrand

Dem Lasterhaften sein. Ihr Musen, stellt euch um ihn her, Er ist den Musen hold, Der guten Fürstin Sängerin

Tönt in die goldene Telyn Den Namen Leopold. Der Aufruhr, dessen Schwefelhauch Die Herzen wild beflammt,

Flieht aus Thuiskons Eichenhain Vor Leopold, zur ew'gen Pein Im Höllenschlund verdammt. Es herrscht des Himmels schönster Sohn,

Der Friede, weit und breit; Mit ihm geht Duldung Hand in Hand Durch unser liebes Vaterland, Und Treu und Redlichkeit.

Ihr deutschen Brüder, mich durchdringt Des Himmels Vorgefühl; Es tönt zusammen Haupt und Glied So himmlisch, wie ein hohes Lied,

Auf Engelharfenspiel.

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