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1765

An den Frieden

Christian Friedrich Daniel Schubart

Friedensgöttin, komm, ich flehe Dir mit hochgehobner Hand, Komm herab von deiner Himmelshöhe, Dich bedarf mein armes Vaterland.

Sieh im Maienmonde wollen Heere ziehen in das Feld. Wie sie schon die Augen blutig rollen, Zu verheeren eine ganze Welt.

Freude flieht vor Mavors Rufe, Der sich schlachtendurstig naht; Seiner kriegerischen Rosse Hufe Stampfen, knicken unsre Frühlingssaat.

Blumen sterben, wo die Sohle Eines ehrnen Kriegers geht; Traurig liegt das Röschen, die Viole, Jedes Blümchen auf zertretnem Beet.

O so komm, du Friede, nieder, Sänftige der Krieger Sinn. Tausend Deutsche, alle brav und bieder, Grüßen dich, du Himmelskönigin.

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An den Frieden · Christian Friedrich Daniel Schubart · Poetry Cove