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1855

8.

Ludwig Ferdinand Schmid

Erscheine mir, Astarte, Engelsbild! Du längst erhoffter, heiß ersehnter Schatten, O komm zu deinem Gatten! Wie diese Sommernacht, sei du mir mild!

Sag' an, warum bleibst du mir ewig ferne? Blasse Tochter träumender Sterne, Erscheine mir in stiller Majestät; Ich fühle mein Ermatten –

Astarte, morgen ist's zu spät. Komm! Wo zuerst ein Eiland sich erhebt, Da landen wir, da laß uns Hütten baun! Wir haben alle nicht umsonst gelebt,

Wenn wir fortan dein holdes Antlitz schaun; Zerschmettert sei die trübe Schiffslaterne! Schöne Tochter flammender Sterne, Sei du die Inselkönigin!

Ein Wink von dir, und sieh, wir sinken gerne, Ein neues Volk, zu deinen Füßen hin.

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