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1855

7. Helvetia

Ludwig Ferdinand Schmid

Wandelst fort und fort, Stolze Schweiz, auf deiner lichten Bahn; Baust auf Gott, wenn deine Feinde nah'n, Nicht auf Menschenwort.

Großes ist geschehn, Und in deiner freien Berge Luft Soll kein böser Geist aus finstrer Gruft Wieder auferstehn.

„Mutig aufgeschaut!“ Hunderttausendfacher Büchsenknall Zu den Eidgenossen überall Bringt den Donnerlaut,

Und wie wunderhold Lemans blauer Flut ein Bild entsteigt, Das durch Pulverrauch sich niederneigt Aus der Wolken Gold.

Von der Alpen Fuß Hin zu dir, Helvetiens Lust und Zier, Und zu deinem friedlichen Turnier Fliegt mein Sängergruß.

Doch, o Mutter Zeit! Herzen, die dein milder Hauch belebt, Stähle, wenn sich fremde List erhebt, Waffne sie zum Streit.

Rufe sie zur Pflicht, Vaterland! und deiner Söhne Bund Folgt dem weißen Kreuz auf rotem Grund Durch die Nacht zum Licht.

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