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1855

5. Não te amo

Ludwig Ferdinand Schmid

Lieben kann ich dich nicht. Liebe kommt aus dem Herzen; In meinem – ich sag' es mit Schmerzen – Flackern nur Todeskerzen,

Leuchtet kein himmlisches Licht. Wünsche verzehren mein Sein. Liebe ist kindliches Lallen, Unschuldiges Wohlgefallen;

O, für des Sünders Krallen Bist du zu schön und zu rein! Liebt die verschwiegene Nacht Oder den Glanz der Gestirne,

Wer, tödliche Lust im Gehirne, Für den Kuß einer Dirne Schüchterne Minne verlacht? Milde strahlendes Licht,

Du erfüllst mich mit Schrecken! Ich möchte mein Antlitz bedecken. Wünsche in mir erwecken Kannst du – doch Liebe nicht.

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