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1855

4.

Ludwig Ferdinand Schmid

O Christus, Glaubensheld! Du tauchst erhaben Aus jener Zeit empor, der du entsprossen; Dein bleiches Bild, von Thränen übergossen, Ist tief in unsre Herzen eingegraben.

Der Sehnsucht, die Jahrtausende durchflammt, Die mutvoll sich vom Staube losgewunden, Und jener Liebe, die nur du empfunden, Ist deines Reiches Herrlichkeit entstammt.

Doch bist du mir als Menschensohn erschienen Und meinen Glauben kann ich nicht bestatten Auf Golgatha, in deines Kreuzes Schatten, Und einem fleischgewordnen Gotte dienen.

O Schwärmer, den sein großes Herz betrogen, Messias, den des Todes Macht bezwungen, Du hast der Wahrheit Fülle nicht errungen Auf jener Bahn, die glorreich du durchflogen;

Noch taucht dein Bild empor, das sternenhelle, Aus dunkler Zeit, in schmerzlichem Verlangen; Doch zu den Toten bist du heimgegangen, Auf ewig heim – nicht zu des Lichtes Quelle.

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