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1855

1. Strophen

Ludwig Ferdinand Schmid

O mein einsam – einsam – einsam Kissen, Wo bleibt mein Herzensfreund, der süße, traute? Ist es sein Schiff, das ich im Traum erschaute, Weit, weit von hier, von Stürmen fortgerissen?

O mein einsam – einsam – einsam Kissen, Die Stelle küss' ich, die sein Haupt umfangen; Wie sind die Nächte langsam hingegangen, Seit er mich ließ in diesen Kümmernissen!

O mein einsam, mein betrübtes Kissen, Laß süß mich träumen, laß mein Herz nicht brechen! Mein Liebster kommt – ich habe sein Versprechen; Noch ist der Tod zu früh – du mußt es wissen.

Und hab' ich ihn – nicht mehr mein einsam Kissen, In meine Arme will ich heiß ihn pressen; O dann sei aller Kummer rasch vergessen, Dann sei sein liebend Herz mein Sterbekissen!

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