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1855

1.

Ludwig Ferdinand Schmid

O mein geliebtes Kind, Sprich zu mir, sprich zu mir In Briefen, voll von süßen, Voll von herzigen Grüßen!

Taub bin ich gewesen und blind, Schmollend immer und grollend, Das Unmögliche wollend – Doch sprich zu mir, sprich zu mir

Du mein schmerzlich geliebtes Kind, Denn meine Träume sind Alle, alle bei dir! O mein verlass'nes Kind,

Komm zu mir, komm zu mir Dem jetzt so Müden, Kranken, Scheuche schwarze Gedanken; Ach! komme doch, komme geschwind!

Heile die Langeweile, Komme mit Sturmeseile Wieder zu mir, ja zu mir, Du mein armes, verlass'nes Kind,

Denn meine Seufzer sind Immer, immer bei dir! –

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