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1800

Liebes Leben

Friedrich Schlegel

Leis' und hold wie Kindes Scherz, Rührt die Lieb' an unser Herz, Jugendlust in Flammen glüht Wie die Rose Farben sprüht.

Bitt'rer Scheidung hart Geschoß, Bild des Grabes und Genoß, Und des Lebens rauher Sturm, Ist der Freude Todeswurm.

Muß denn sterben so die Liebe, Gibt es kein Gefühl, das bliebe? Ja doch, wie aus Angst und Beben Sich entreißt ein neues Leben,

Das im Schoß der Mutter lacht; So von Leiden angefacht, Glänzt aus Tränen uns ein Licht, Das von süßer Hoffnung spricht,

Und von jener schönen Welt, Die des Lebens Nacht erhellt.

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