Skip to content
1800

Gelübde

Friedrich Schlegel

Es sei mein Herz und Blut geweiht, Dich Vaterland zu retten. Wohlan, es gilt, du seist befreit; Wir sprengen deine Ketten!

Nicht fürder soll die arge Tat, Des Fremdlings Übermut, Verrat In deinem Schoß sich betten. Wer hält, wem frei das Herz noch schlägt,

Nicht fest an deinem Bilde? Wie kraftvoll die Natur sich regt, Durch deine Waldgefilde, So blüht der Fleiß, dem Neid zur Qual,

In deinen Städten sonder Zahl, Und jeder Kunst Gebilde. Der deutsche Stamm ist alt und stark, Voll Hochgefühl und Glauben;

Die Treue ist der Ehre Mark, Wankt nicht, wenn Stürme schnauben. Es schafft ein ernster, tiefer Sinn Dem Herzen solchen Hochgewinn,

Den uns kein Feind mag rauben. So spotte jeder der Gefahr, Die Freiheit ruft uns allen; So will's das Recht und es bleibt wahr,

Wie auch die Lose fallen. Ja, sinken wir der Übermacht, So woll'n wir doch zur Todesnacht Glorreich hinüber wallen.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Gelübde · Friedrich Schlegel · Poetry Cove