Es wohnen zwei Brüder im Lande, Die hausen weit und breit; Sie haben viele Verwandte, Zahllose in dieser Zeit.
Sie sind sich mehrenteils Feinde, Ein jeder will haben die Welt: Mitunter auch einmal Freunde, So lange die Welt noch hält.
Sie reißen sie auf und nieder, Daß Hören und Sehn ihr vergeht; Sie schleppen sie hin und wieder, Weil keiner den andern versteht.
Der Ältste schlendert im Rechten, So wie er das Rechte versteht; Der Jüngste schludert im Schlechten, Was er als das Rechte verdreht.
Sie führen Reden unzählig, Und hören sich selber so gern; Sie sprechen sich selber gefällig, Doch ist in den Worten kein Kern.
Das sind die feindlichen Brüder, Der Alte heißt Schlendrian; Und genialisch bellt wieder Der Kleine Schludrian.
Der Alte bricht sich die Steine Vom Grunde der Mauer heraus; Zu flicken und stücken das Seine, So Schornstein als Speisehaus.
Der Junge würfelt in Freude Die Steine mit wechselnder Hand; Er mauert sich sein Gebäude In lustigen, fliegenden Sand.
Das sind die bauenden Leute, Die flicken und bauen die Welt; Sie flicken und bauen für heute, Auf morgen ist niemand gestellt.
Es pfeift sein Lied so weiter Der muntre Schludrian; Voll Angst steht auf der Leiter Der alte Schlendrian.
Es heißt, wenn ich nicht irre, Ihr Vater Schlechtrian; Der in der Zeiten Gewirre Das Rechte nicht finden kann.
Er kann aus dem Schlamm sich nicht winden, Noch ändern seinen Sinn; Er kann das Ziel nicht finden, Und tappt im Dunkeln hin.
Er hat es all' vergessen, Und hält sich die Ohren zu; Die Söhne zanken vermessen, Und lassen ihm keine Ruh.
Das sind die Brüder im Lande, Die schreien so weit und breit; Es lärmen all ihre Verwandte, Und machen den Geist der Zeit.
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