Skip to content
1800

Das tragische Schicksal

Friedrich Schlegel

Alles redet in Sentenzen, Auch die Helden werden Zwerge In der tragischen Latwerge, Müssen idealisch glänzen.

Daß die Szenen sich ergänzen, Und das Nichts erhaben prahle, Alles dankt man dem Schicksale. Wie die jungen Katzen pflegen

Nach dem eignen Schweif zu gehen, Muß sich hier im ew'gen Drehen, Zufall und Vernunft bewegen. Und das Herz von kleinen Schlägen,

Ganz empfindlich dem Schicksale, Fühlt die Quentchen in der Schale. Zwischen Pflicht und dem Gefühle Muß der Mensch verlegen stehn,

Oder schlau durch beide gehn In der Tugend Zwickemühle. Wahrlich hart auf trag'schem Pfühle, Ruht, wer im Theatersaale

Dichten muß von dem Schicksale.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Das tragische Schicksal · Friedrich Schlegel · Poetry Cove