Skip to content
1800

Abschied des sterbenden Sängers

Friedrich Schlegel

In Liebe lebend streb' und bilde Werke, Verklär' im Farbenglanz geliebte Leiden, Und mal' in Liedern, die kein Licht beneiden, Des Feuers Schönheit, das dich ewig stärke.

Nun wisse, daß ich mich verschwinden merke. Die Liebe will, ich soll vom Leben scheiden, Der Freude Heimat mußt' ich lange meiden, Berauschend raubt Musik die letzte Stärke.

Mein einzig Leben war, den Tod verschönen. Der andern tiefgefühlte Not beweinen, War sterbend Lust dem trostberaubten Herzen. Und weint dein Geist bei den zerrißnen Tönen,

So werd' ich selber dir alsbald erscheinen Mit leiser Stimme in den wilden Schmerzen.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Abschied des sterbenden Sängers · Friedrich Schlegel · Poetry Cove