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1800

23. Lobgesang

Friedrich Schlegel

Wacht auf, ihr süßen Vögelein, Ihr Nachtigallen kleine, Die ihr auf grünen Zweigelein, Beim ersten Morgenscheine

Zu singen rüst' eu'r Schnäbelein, Gedreht aus Elfenbeine. Nun stimmet eure Pfeifelein So lieblich und so reine,

Nun singt ein süßes Liedelein, Stimmt fröhlich übereine; Gott will von euch gelobet sein Von allen in Gemeine.

Ihr seid die süßen Sängerlein, Für ihn bestellt alleine; Singt, singt ihr süßen Schwätzerlein, Ihr Nachtigallen kleine,

Laßt schallen eure Stimmelein Zum grünen Wald hereine. Da sind viel klare Brünnelein Gefaßt in Marmorsteine;

Da spület eure Züngelein Zugleich, und ein vor eine; Spült ihr so eure Züngelein, So singt ihr noch so reine.

Habt ihr kein eignes Liedelein, So lernet nur das meine; Euch gnügt mit diesem Liedelein, Bedürft der andern keine.

Singt nur allein, gelobt sei Gott, Gott Zebaoth alleine. Zu tausend mal gelobt sei Gott, Gott Zebaoth alleine,

Und wiederum wohl ohne Zahl Gelobt sei Gott alleine, Und immerfort wohl tausendmal Gott Zebaoth alleine.

Singt nur dies einz'ge Liedelein, Das Liedlein das ich meine; Singt es ihr frommen Vögelein, Dann ich für Freuden weine.

Mein Herz verwund't dies Liedelein, Das Liedlein das ich meine. So flieget durch die Wälderlein, Bleibt Tag und Nacht bei eine;

Singt immer nur das Liedelein Bei Sonn- und Mondenscheine: Gelobt sei Gott, Gott Zebaoth, Gelobt sei Gott alleine.

Sonn', Mond und kleine Sternelein Ich festiglich vermeine, Mit samt der Erde Pflänzelein, Laub, Blumen, Berg' und Haine

Beginnen ein schön's Tänzelein Im fröhlichen Vereine. Freud' bringen wird's den Engelein, Den Bösen bringt es Peine;

Drum singt ihr lieben Vögelein, Ihr Nachtigallen kleine. Also will Gott gelobet sein, Gott Zebaoth alleine.

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