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1800

2.

Friedrich Schlegel

Diana, heil'ge, wo sind deine Brüste? Begeist'rung trinkt der Löwe sich im Blute, Titanen schwellt der Wein zum Übermute, Dianas Milch war Sehern wild Gelüste.

Umklirrt blieb still, als ob es nichts nicht wüßte, Das Rätselbild, wie auch der Taumel flute, Bis matt vom Waffentanz der Priester ruhte, Der großen Göttin tiefsten Saum noch küßte.

Diana, heil'ge, reich' zum Tanz die Waffen! Als ich der Brüste Füll' im Marmor schaute, Da ward von deiner Milch das Herz mir trunken; Und ob ich gleich im Mark vor dir ergraute,

So fühlt' ich Kraft auch, nimmer zu erschlaffen, Bleib' in Mysterien ewig nun versunken.

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