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1829

Zu Goethes Geburtstagfeier

August Wilhelm Schlegel

Purpurglüh'nde Morgenröthe Kündet uns den Tag, wo Goethe Einst das Licht der Sonn' erblickt; Wo der ganze Chor der Musen

Mit dem Nektar ihrer Busen Das Heroenkind erquickt. Eilf der flücht'gen Jahreswochen Hat ein Gott ihm zugesprochen

Zu der Deutschen Wonn' und Preis: In den Jahren eilfmal sieben Sind die Musen hold geblieben Wie dem Jüngling, so dem Greis.

Seine Silberlocken glänzen Unter frischen Lorbeerkränzen, Wie dem Sänger des Achill; Und dem alten Zaubermeister

Folgen des Gesanges Geister, Wann er ruft und wann er will. Seinen Feinden soll vergeben Wer als ächter Christ will leben,

Siebenzig mal siebenmal. So viel Jahre mög' Er leben, Dem ein edler Saft der Reben Blinkt in diesem Festpokal.

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