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1808

Traute Nachtmusik

August Wilhelm Schlegel

Linde lös't der Harfe Klimpern Die gesunknen Augenwimpern. Mit dem Liebchen in die Wette Hatt' ich alle Lust errungen,

Und vom trauten Arm umschlungen Ruht' ich aus an weicher Stätte. Da entwich sie schlau dem Bette, Wollte mir die müden Wimpern

Lösen mit der Harfe Klimpern. Halb schon ist die Nacht entronnen, Und sie will mich, ach! verjagen, Denn verräth'risch möcht' es tagen.

Süße Töne, schlimm ersonnen! Weckt mich auf zu neuen Wonnen, Oder thaut mit leisem Klimpern Liebesträum' auf meine Wimpern.

Wie sie deine Knie' umschloßen, Zarte Finger sie durchirren, Muß die Harfe Sehnsucht girren. Mildre denn, was du beschloßen!

Manche Huld blieb ungenoßen, Schmachtend heben sich die Wimpern: Kose wieder! laß dein Klimpern!

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Traute Nachtmusik · August Wilhelm Schlegel · Poetry Cove