Solch ein zephyrleichtes Leben Solcher Anmuth Gang und Schweben Sah mein trunknes Auge nie. Jede Welle der Bewegung
Zaubert hin in süße Regung, Alles athmet Harmonie. Wie du spendest deine Kränze Als die Muse froher Tänze,
Wie dein holdes Fest beginnt: Säh' ich nicht der Wonne Zähren Deiner Mutter Blick verklären, Wähnt' ich dich ein Götterkind.
In der zarten Bildung Schleier Welcher Ton von Phöbus Leier Hat den hohen Geist gehaucht? Wo, auf blüh'nder Flur geboren,
Haben weihend milde Horen Dich in Morgenroth getaucht? Was Pygmalion errungen, Als der schöne Stein, bezwungen,
Ward beseelt auf seinen Ruf, Kehrt sich um: denn festgehalten Seh' im Flug ich die Gestalten, Die der Griechen Meißel schuf.
Nimm den Bogen und die Pfeile, Und, Dianen gleich, enteile Stolzen Muthes in den Hain. Willst du mit der Aegis schrecken,
Mit dem Helm die Stirne decken, Wirst du Jovis Tochter sein. Streue Rosen, sei Aurore; Trag das Körbchen, Kanephore,
Zu des Feierzuges Pracht. Gieß sie aus, die Opferschale; Hülle nun dich ein, Vestale, Die den ew'gen Heerd bewacht.
Fliegen laß dein Haar, Bacchante; Gürte dich, und Atalante Siegst du im beschwingten Lauf. Bald, allein ein Chor von Musen,
Schwellt den jungfräulichen Busen Fülle der Begeistrung auf. Dich, Althäa, sah mit Schaudern Ich, nach langem Kampf und Zaudern
Den verhängnißvollen Brand Schleudern in die Todesgluten Und verzweifelnd dann verbluten, Auf dich selbst den Dolch gewandt.
Sag, welch Ahnden hat die Thaten Wilder Rache dir verrathen, Und der Seele tiefsten Schmerz? Noch an deiner Jugend Schwelle
Sahst du schon der Leiden Welle Stürmen durch ein menschlich Herz? Nein, dir trübe nichts die Seele! Sei, was Unglücksel'ge quäle,
Nur im Bilde dir bewußt! Immer mögst du nur sie spielen Jene Dolche, welche zielen Nach der gramzerrißnen Brust.
In des Tanzes Melodieen Laß den ird'schen Druck entfliehen Deinem schöpferischen Sinn. Was die Götter dir gegeben,
Pfleg' im schuldlos heitern Leben, Deines Glückes Bildnerin.
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