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1806

2.Petrarca

August Wilhelm Schlegel

Ein wechselnd Glühn, ein unauflöslich Sehnen, In Labyrinthen ein bezaubert Irren, Wo Seligkeit und Pein sich süß verwirren, Ein waches Träumen, ein wahrhaftes Wähnen,

Läßt dein Gesang, Petrarca, bald im Thränen- Bethauten Hain die zarten Wünsche girren; Aus Einsamkeit, wo Nachtgevögel schwirren, Sich bald die tiefen Klagelaute dehnen.

In Frühlingslüften, die vorüber ziehen, Fühlst du, im Lorbeerbaum erblickst du Lauren; Sie nennt dein Mund, wie schüchtern er auch schweige. Und deine heil'ge Daphne liebt im Fliehen:

Ach, schon verwandelt, beut mit sanftem Trauren Sie dir zum Kranz die ewig grünen Zweige.

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