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1782

Meine Blumen

Friedrich Schiller

Schöne Frühlingskinder, lächelt, Jauchzet, Veilchen auf der Au! Süßer Balsamatem fächelt Aus des Kelches Himmelblau.

Schön das Kleid mit Licht gesticket, Schön hat Flora euch geschmücket Mit des Busens Perlentau! Holde Frühlingskinder, weinet!

Seelen hat sie euch verneinet, Trauert, Blümchen auf der Au! Nachtigall und Lerche flöten Minnelieder über euch,

Und in euren Balsambeeten Gattet sich das Fliegenreich. Schuf nicht für die süßen Triebe Euren Kelch zum Thron der Liebe

So wollüstig die Natur? Sanfte Frühlingskinder, weinet, Liebe hat sie euch verneinet, Trauert, Blümchen auf der Flur!

Aber wenn, vom Dom umzingelt, Meine Laura euch zerknickt Und, in einen Kranz geringelt, Tränend ihrem Dichter schickt –

Leben, Sprache, Seelen, Herzen Flügelboten süßer Schmerzen! Goß euch dies Berühren ein. Von Dionen angefächelt,

Schöne Frühlingskinder, lächelt, Jauchzet, Blumen in dem Hain!

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