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1782

Ein Vater an seinen Sohn

Friedrich Schiller

Wie die Himmelslüfte mit den Rosen An den Frühlingsmorgen zärtlich kosen, Kind, so schmeichelt dir Itzt das äußre Glück in deinen Jugendtagen.

Tränen sahst du nur, noch rangen keine Klagen Sich aus deiner Brust herfür. Aber sieh! der Hain, der kaum entzücket, Neigt sich, plötzlich rast der Sturm, zerknicket

Liegt die Rosenblum! O so ist es, Sohn, mit unsern Sinnesfreuden, Unserm Golde, unsern lichten Herrlichkeiten, So mit unserm Flitterruhm.

Nur des Höchsten Abglanz, der Gerechte, Welcher in dem schröcklichen Gefechte Zwischen Lust und Pflicht Jener sich entringt, der höhern Weisheit Stimme

Folget, trotz der Selbstsucht heißem Grimme, Die sein Herz mit Schwertern sticht – Dessen Wollust trägt von hier die Bahre Nicht, es löscht sie nicht der Strom der Jahre,

Nicht die Ewigkeit: Angeleuchtet könnt er in den letzten Blitzen Und vom Weltenumsturz angeschwungen sitzen Ohne Menschenbangigkeit.

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