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1782

Die unüberwindliche Flotte

Friedrich Schiller

Sie kömmt – sie kömmt, des Mittags stolze Flotte, Das Weltmeer wimmert unter ihr, Mit Kettenklang und einem neuen Gotte Und tausend Donnern naht sie dir –

Ein schwimmend Heer furchtbarer Zitadellen, (Der Ozean sah ihresgleichen nie) Unüberwindlich nennt man sie, Zieht sie einher auf den erschrocknen Wellen;

Den stolzen Namen weiht Der Schrecken, den sie um sich speit. Mit majestätisch-stillem Schritte Trägt seine Last der zitternde Neptun,

Weltuntergang in ihrer Mitte, Naht sie heran, und alle Stürme ruhn. Dir gegenüber steht sie da, Glückselge Insel – Herrscherin der Meere,

Dir drohen diese Gallionenheere, Großherzige Britannia. Weh deinem freigebornen Volke! Da steht sie, eine wetterschwangre Wolke.

Wer hat das hohe Kleinod dir errungen, Das zu der Länder Fürstin dich gemacht? Hast du nicht selbst, von stolzen Königen gezwungen, Der Reichsgesetze weisestes erdacht,

Das große Blatt, das deine Könige zu Bürgern, Zu Fürsten deine Bürger macht? Der Segel stolze Obermacht, Hast du sie nicht von Millionen Würgern

Erstritten in der Wasserschlacht? Wem dankst du sie – errötet, Völker dieser Erde – Wem sonst als deinem Geist und deinem Schwerte? Unglückliche – blick hin auf diese feuerwerfenden Kolossen,

Blick hin und ahnde deines Ruhmes Fall! Bang schaut auf dich der Erdenball, Und aller freien Männer Herzen schlagen, Und alle gute schöne Seelen klagen

Teilnehmend deines Ruhmes Fall. Gott der Allmächtge sah herab, Sah deines Feindes stolze Löwenflaggen wehen, Sah drohend offen dein gewisses Grab –

Soll, sprach er, soll mein Albion vergehen, Erlöschen meiner Helden Stamm, Der Unterdrückung letzter Felsendamm Zusammenstürzen, die Tyrannenwehre

Vernichtet sein von dieser Hemisphäre? Nie, rief er, soll der Freiheit Paradies, Der Menschenwürde starker Schirm verschwinden! Gott der Allmächtge blies,

Und die Armada flog nach allen Winden.

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