Skip to content
1782

Die Pest

Friedrich Schiller

Gräßlich preisen Gottes Kraft Pestilenzen, würgende Seuchen, Die mit der grausen Brüderschaft Durchs öde Tal der Grabnacht schleichen.

Bang ergreifts das klopfende Herz, Gichtrisch zuckt die starre Sehne, Gräßlich lacht der Wahnsinn in das Angstgestöhne, In heulende Triller ergeußt sich der Schmerz.

Raserei wälzt tobend sich im Bette – Giftger Nebel wallt um ausgestorbne Städte, Menschen – hager – hohl und bleich – Wimmeln in das finstre Reich.

Brütend liegt der Tod auf dumpfen Lüften, Häuft sich Schätze in gestopften Grüften – Pestilenz sein Jubelfest. Leichenschweigen – Kirchhofstille

Wechseln mit dem Lustgebrülle, Schröcklich preiset Gott die Pest.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Die Pest · Friedrich Schiller · Poetry Cove