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1704–1777

Z ehndes B uch.

Franz Christoph von Scheyb

O Väterlicher Trieb! o nicht erhörte Lust! Der Alte scheint für Trost sich selber nicht bewußt; Er küßt’ ihn auf die Stirn; er fließt in Freuden-Thränen; Er spricht: ”O könnt ich ihn auch bald zum König krönen!

Er nimmt ihn auf den Arm; sie lächeln beyderseits; Man sieht an ihnen nichts als Zeichen eines Streits; Er hebt den Prinzen auf und wendt ihn hin und wieder; Bald läßt er ihn besorgt biß zu der Erden nieder;

Die Kette, die den Hals des guten Raths umfängt, Ist das, auf was der Prinz mit beyden Händen drängt. Des Prinzens Munterkeit und angenehmes Spielen Läßt unsern Alten nichts als Freud und Anmuth fühlen.

Hier greifft er nach dem Bart; dort nach dem goldnen Herz; Mund, Auge, Nas und Ohr wird seiner Finger Scherz; Der Greiß liebkoset ihm; er schmeichelt seinen Wangen; Jezt wissen beyde nicht, was Aug’ und Sinn verlangen;

Der wendet seinen Blick, die Mutter anzusehn, Da sich der Rath vergißt, sich auch dahin zu drehn; Jezt biegt und neigt er sich; sein ganzes Thun ist Jrren; Wie wann Vergnügen, Lieb und Freud ein Herz verwirren.

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