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1704–1777

Siebendes Buch.

Franz Christoph von Scheyb

„der Mond erhob sich einst die Sonne zu betrachten, ”So fieng er an, sich selbst erstaunend zu verachten. „er sah mit trübem Aug an ihr die Pracht des Lichts, „an seinem blassen Rund und Umkreiß aber nichts

„als graue Dunckelheit. Er wandt sich nach der Ferne, „in welcher das Gebliz der allerklärsten Sterne ”Die blauen Bögen ziert. Er nennte sie zwar schön, „allein es schien ihm mehr am Sonnen-Licht zu sehn.

„er merckte, daß die Luft und Erde spieglend glühe, „wann kaum ein Strahl davon im Frühling in der Frühe „dieselbigen bemahlt; wie sehr, wann selbst das Rund ”Der Sonne sich erhöht, und jene goldne Stund

„der Welt verkündiget, die selbst den Tag beschämet, „da sie das bunte Feld mit ihrem Licht besämet. „so fuhr er auf und sprach: wer ist dann hier das Haupt? „in dieser Gegenwart bin ich des Rangs beraubt!

”Noch mehr ein blasser Stern, von dessen Eigenschaften „die meisten an der Sonn und ihrer Wirckung hafften. „ich dencke was ich will (fuhr er verwundert fort) „ich sehe kein Geschöpf, kein Wesen, keinen Ort

„wohin nicht ihre Macht mit Licht und Strahlen dringet, ”So sie nicht färbt, belebt, erwärmt, in Wachsthum bringet. „sie schwingt sich durch die Welt mit mehrer Pracht und Schein, „als aller Sterne Glanz in eins verknüpft kann seyn.

„wer mag dahero nicht aus allen Wercken spühren, „daß wir vor ihr die Kraft, mithin den Rang verliehren?

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