Das Auge wird geschwächt, worein die Sonne strahlt, So geht es meinem Geist, da er den Anblick mahlt. Was unbegreiffliche, was Anmuths-volle Züge? Kein Wunder, daß so gar ein Feind vor ihr sich schmiege.
Wer das lebhafte Blau des Augen-Paars erblickt, Wird von der Zauber-Macht desselben Feurs entzückt. Der heitern Stirne Pracht, die Munterkeit der Wangen Erhöht die Majestät, mit der sie pflegt zu prangen.
Was ihre Freundlichkeit in eine Seele senckt, Wird durch den Ehrfurchts-Trieb des Ernstes eingeschränckt. Freud, Anmuth, Lieb und Huld erscheint in ihren Blicken, Wie Strahlen, die das Licht vergnügter Tage schmücken.
Der Lippen Jugend-Reiz zwingt Herz, Gemüth und Sinn; Man nennt sie seines Geists Trieb und Beherrscherinn. Will jemand sich in Schmerz und Mißvergnügen laben, Der kann durch ihren Blick des Trostes Vortheil haben.
Gang, Regung und Gestallt, ein jedes zeiget an, Daß nur Ein herrlicher Begriff von auserwählten Schäzen, An denen die Natur die Sorge kann ergözen.
„seht an was ich für euch und euern Trost gespart! „ So spräche sie gewiß zu dieser Gegenwart: „dieß ist das Meisterstück, das euch der Himmel schicket, „wodurch er Land und Leut und Kron und Thron beglücket.
„betrachtet die Gestallt, den Hergang, das Gesicht; „scheints nicht, daß jeder Theil besonders rufft und spricht: ”Seht der Monarchen Haupt! die Königinn der Schönen! „dieß ist die, welche Preiß, Verdienst und Tugend krönen.
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