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1704–1777

Neuntes Buch.

Franz Christoph von Scheyb

„ist demnach euer Schluß, daß ich den Spruch verfasse? So fieng ihr Vortrag an, indem sie niedersasse. „wahr ists, nicht jeder Hof geduldet meinen Rath; „hier aber find’ ich mehr als meine Feinde Statt.

„pflegt nicht ”Womit verborgne List sich trachtet einzufassen? „sie nimmt, was ich gedenck’ und rathe, gnädig an; „sie seufzet, wann sie mich nicht allzeit fragen kann;

„ein himmlisches Gehör! o Klugheits-volle Sinnen! „so kann sie dem Betrug den Vortheil abgewinnen. ”Euch hab ich diesen Trieb zu dancken: ihr vermögt, „daß diese Königinn für mich die Neigung hägt.

„durch mich hat sie gelernt, was die gefärbte Treue, „was Lieb und Freundlichkeit verstellter Herzen seye. „sie kennt, was hier der Mund und dort die Seele spricht. ”Kein schimmernd Lob-Gepräng verblendet ihr Gesicht.

„die Scharff-sicht ihres Augs wirckt auch in Finsternissen; „so werd’ ich ihrem Blick durch Wolcken nicht entrissen. „durch mich erfährt ihr Herz, was wahre Freunde seynd; „sie sieht, wer sie verehrt und liebt; sie kennt den Feind.

”Ob man mit ihr schon lacht, mit ihr sich auch betrübet; „so weiß sie doch wer falsch der Freundschaft Zeichen übet.

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