Der Kreiß bezeigte sich den Vortrag zu bejahen;
Dann wir die Neigungen, des Beyfalls Zeichen, sahen.
Die Wahrheit gieng hervor. Was ungemeiner Glanz
Umschimmerte den Schild, den ein Jubelen-Kranz
Noch mehr verherrlichte; man sah die bunten Strahlen,
Die leuchtende Person mit solcher Pracht bemahlen,
Daß meiner Augen Macht sich durch den Schein geblendt,
Und ich dieselbige fast nimmermehr erkennt;
Biß allgemach des Lichts Verschwendung sich gemindert,
Und ich, da das Gepräng des Scheins nichts mehr gehindert,
Die Freundinn angesehn. Mein Aug ergözte sich
In ihren Kleidungen, sie waren Königlich.
Sie trat in Majestät zum Thron, der Greiß von dannen,
Der sagte: „Freundinn komm, das Streiten zu verbannen.
”Nimm nun den Richter-Plaz! sein lächelndes Gesicht
Empfieng durch ihren Glanz ein gegenschimmernd Licht.
Sie wiesen beyderseits im Aug und in den Mienen,
Es sey ein stiller Trieb der Freundschaft unter ihnen.
Wir sahen, daß er ihr erfreut entgegen lief,
Und sie mit Zärtlichkeit bey einer Hand ergriff,
Zugleich erbietig war von seinem Siz zu weichen,
Nach dem er sich gewandt, ihr solchen darzureichen.
Mich wunderte, wie sehr gelassen alles war,
Wie sanft, begierig, still, was vor so wanckelbar.