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1704–1777

Neuntes Buch.

Franz Christoph von Scheyb

Indem Thalia mir von diesem Helden sprach, Bewog mein Auge sich dem Frauenzimmer nach: Bald hört’ ich ihr Gespräch, bald sah’ ich durch die Reihen, Und liesse meinen Sinn durch ihre Tracht zerstreuen.

Wer hat doch, fiel mir ein, die bunte Kleider-Pracht, Der Farben Lieblichkeit, den Seiden-Stoff erdacht? Die doch der Schönheit nichts zu besserm Vortheil geben; Vielmehr dadurch sich selbst in ihrem Pomp erheben.

So kostbar jene sich in ihrem Prangen wies, So war nichts, das an ihr schön oder reizend ließ’. Wogegen andere nur mit dem Anblick spielten, Doch ohne Pracht ein Aug in der Entzückung hielten.

Was Wunder, wann am Hof, dacht’ ich, ein Streit entsteht; Weil man die Schönen sucht, die minderen verschmäht; Ich weiß nicht, wie mein Aug und Sinn beschäftigt waren; Ich mußt auf jeden Blick was prächtigers erfahren.

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