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1704–1777

Neuntes Buch.

Franz Christoph von Scheyb

„nun zeig’ ich, wie der Plan zu diesem Bau beschieden: ”Der Sonne Mittel-Punct wirfft einen Strahl nach Süden, „zugleich erstrecket sich ein andrer Strahl nach West; „so daß ein jeder fast biß an den Himmel stößt.

„den offnen Raum beschließt ein Paar von Regen-Bögen; „die steigen von dem Strahl einander gleich entgegen; ”Daß die Gewölbung sich hinauf- und abwärts biegt, „der Farben bunter Schmuck sich nach der Mitte fügt;

„alldorten aber sich in einen Winckel bindet: „das ist wodurch der Raum sich eingeschlossen findet. „der innerliche Plan besteht in solcher Pracht, ”Die durch die ganze Welt zweyfache Klarheit macht.

„ein Wunder-voller Glanz beleuchtet dessen Weiten, „er dringt uneingeschränckt durch alle seine Seiten. „ein jeder Bogen wird durch eine Sonn’ erklärt, „um welche sein Bezirck in gleicher Weite fährt.

”Was dessen Majestät verherrlichet, bekränzet, „ist selbst des Himmels Bau der dessen Raum begränzet. „er schwinget über ihn ein Sternen-reiches Dach, „dieß biegt und neiget sich den beyden Bögen nach

„und schließt den Tempel ein. Hier wollte sie sich neigen, Und von dem Herz-Gebäu, so sie beschriebe, schweigen, Weil sie gestöret ward. Die Bau-Kunst regte sich Und sagte: „Das Gebäu scheint mir verwunderlich;

„es ist von fremder Kunst; wer mag wohl also bauen? Die Schilderinn versezt’: „Ein feuriges Vertrauen! ”Wer führte dieses auf? Die Mahler-Kunst fiel ein: „es muß doch in dem Bau so Licht als Schatten seyn!

„mithin ist meine Kunst zu dessen Zier vonnöthen. Sie wiesen, daß sie nur mit Scherz und Mißgunst redten.

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