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1704–1777

E ilftes B uch.

Franz Christoph von Scheyb

Wje? was verwirret mich? was fehlt dir meine Leyr? Dein Thon verstimmet sich? mein Auge deckt ein Schleyr? Thalia! was geschicht? mein Geist fängt an zu zittern! Eil Freundinn! wann du nicht mir willst die Lust verbittern.

Allein es fällt mir bey: seit dem ich von der Nacht Und von dem Tugend-Streit das Lied hab ausgedacht, Hat dieser grosse Fürst den Kayser-Thron bestiegen; So soll die Cither nun vor seinen Füssen ligen.

Der höchst-erwünschte Fall! die Demuth und die Lieb Schärft, hemmt und überwiegt derselben Klang und Trieb; Das, was man in dem Saal gewünscht und vorgesehen, Ist, eh ich noch das End' erreiche, schon geschehen.

Der frohe Ruff der Welt ist mein Beweis. Allein Wie trifft nun mein Gesang mit dieser Nachricht ein? Kein Wunder ists daß ich mich fast entzückt befinde; Was mach ich, daß das Lied sich mit dem Fall verbinde?

Dem von der halben Welt verfolgten Königs-Haupt War erst, nach einem Thron zu streben, nicht erlaubt; Jezt herrscht es schon beglückt als Haupt der Majestäten; So muß sich meine Leyr verbergen, ich erröthen.

Dieß geschahe den 13. Septemb. 1745. Nachmittag gegen halb drey Uhr. Die Staats-Schriften erklären was den 20. Decembr. 1740. von Jhro Maj. der Königinn auf diejenigen Ein- würffe welche Jhro nunmehro glor- reich-regierende Kays Maj. Allerhöchst Dero Ehgemahl von dem Kayser-Thron damahls noch entfernt hielten sey ge- antwortet worden. Was kan ein Sayten-Spiel bey dem Trompeten Schall? Ein schwaches Leyr-Gethön bey dem Carthaunen-Knall?

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