Die Bau-Kunst, welche sich gleich andern vorgethan,
Fieng voller Ungeduld darein zu reden an:
„was? sprach sie, trachtest du der Bau-Kunst nachzuahmen?
„der sich unsterblich nennt, verdanckt es meinem Nahmen.
„man reise durch die Welt, so weit sie die Natur
„mit Grund versehen hat; so zeigt euch jede Spuhr
”Wo solche Wercke stehn, die meine Kunst errichtet;
„daß meine Kraft allein der Zeiten Macht zernichtet.
„das Erd-Rund, hat es was das ohne mich besteht?
„ist etwas, welches nicht, wo ich nicht bin, vergeht?
„wer in der Vorwelt sich hat meiner Kunst bedienet,
”Sieht, wie noch diesen Tag sein Nahm in Steinen grünet.
„gar selten hat der Fraß der niemahls milden Zeit
„durch seiner Zähne Müh und Unersätlichkeit
„so grosse Macht gehabt, daß ein Gebäu vergangen,
„das seine Wesenheit von meiner Hand empfangen.
”Woher ist uns bekannt, was man der ersten Welt
„zu der Bewunderung des Ruhms hat dargestellt?
„man sieht noch diesen Tag, wie vor drey tausend Jahren
„der Fürsten Tugenden durch mich berühmet waren.
„die Thürne stehen noch, wodurch das Alterthum
”Der Helden Ehr erhöht', und ihrer Thaten Ruhm.
„hätt man zu solchem Ziel nicht meine Kunst gebrauchet,
„so wär die Vorwelt schon in ihrer Zeit verrauchet.