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1800

Der versunkene Ring

Max von Schenkendorf

Der Ring ist mir entfallen, Ins tiefe Meer versenkt, Den einst im Taubenmonat Lieb' Anka mir geschenkt.

Sie sprach mit süßem Munde: Trag' ihn und denke mein; So lang' du trägst das Ringlein Will ich dein eigen sein.

Ich kniet' am alten Strande Und wusch die Netze rein, Da sank von meinem Finger Der Ring ins Meer hinein.

Nun thut mich Anka meiden Und liebt mich nimmermehr. Ihr Pfand hab' ich verloren, Mein Himmel ruht im Meer.

O Wind im fernen Norden, Erwach', ich flehe dir, Spül' ihn an Anka's Wiese, Sie gibt ihn wieder mir.

Ihr Mitleid ward jüngst rege, Als sie mich weinend fand, Sie ließ ins Gras sich nieder Und bot mir ihre Hand.

Hab' Dank für Trost und Mitleid – Was frommt es mir und dir? Ich will nur Liebe, Liebe! Und die entzieht sich mir.

Laß Andre Bernstein sammeln, Der Fischer sucht den Ring, Den er im Taubenmonat Von Anka's Hand empfing.

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