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1800

Der Spaziergang

Max von Schenkendorf

Auf dem Leinpfad geht sie gern Längs dem holden Rheine, Angeblickt vom Abendstern Einsam und alleine.

Wie der Blick sich hebt und senkt, Wie die Wünsche schweifen, Was sie dichtet, was sie denkt, Kann's ein Mensch begreifen?

Auf dem Leinpfad geht sie gern Längs dem holden Rheine, Denket rückwärts froh und fern In das Thal der Leine.

Morgenglanz, o Jugendlust, Sterne, Blumen, Bäume, Erster Hauch der jungen Brust, All' ihr frühen Träume!

Wollet stets das liebe Kind Auf dem Pfad geleiten, Spiel' um sie, du Abendwind, Wie um Harfensaiten!

Erste Lieb' und erster Gruß Aus dem Thal der Leine, Weht sie an wie Geisterkuß Auf dem Pfad am Rheine!

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