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1800

Dasselbe

Max von Schenkendorf

Oft wenn im wunderbaren Schimmer Des Schlosses Trümmer vor mir stehn, Im Sonnenschein, glaub' ich noch immer In seiner Jugend es zu sehn.

Mit seinen Mauern, seinen Zinnen Fern leuchtend in das freie Thal, Der Helden starke Kraft darinnen Sich labend bei dem Rittermahl.

Dann klingt's um mich wie ferne Stimmen, Ich fühl' ein geisterhaftes Wehn, Fort treibt es mich, hinan zu klimmen Einsam auf jene Felsenhöh'n.

Doch oben alles ganz zerfallen, Der Epheu schlingt sich um den Stein, Und in den offnen Fürstenhallen Spielt Waldesgrün mit Sonnenschein.

Das nehm' ich an zum guten Zeichen, Zum Trost in dieser Gegenwart, Daß auf den Trümmern, auf den Leichen Sich Himmel noch und Erde paart.

Ein beßres Haus soll sich erheben, Gebaut auf altem festem Grund, Und frische Liebe, frisches Leben Gedeihn im freien deutschen Bund!

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