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1800

Charfreitag

Max von Schenkendorf

Laßt mich sterben, laßt mich sterben Und vergehn im Abendroth! Nimmer kann ich Lust erwerben, Denn mein eigner Freund ist todt.

Und für mich, für mich versenket Hat er sich in diesen Schmerz, Nur um mich sich todt gekränket, Ach! um ein erkaltet Herz.

Fließet, fließet Liebeswunden, Löschet meine tiefe Schuld, Die er Jahre, Tage, Stunden Trug mit göttlicher Geduld!

Thränen, fließt in heißen Bächen, Fließet hin, ein tiefer See! Sollt von meiner Liebe sprechen, Meiner Reue, meinem Weh.

Ewig knie'n an deinem Kreuze Sieh mich, Heiland groß und mild! Fürder kenn' ich keine Reize, Als dein schönes Mutterbild.

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