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1800

An den Mond

Max von Schenkendorf

Lächle, lächle lieber Mond In der Zelle Nacht, Wo die stille Liebe wohnt, Wo die Sehnsucht wacht.

Meines Herzens ew'gen Drang Bring' ihn doch zur Ruh, Sing' ihm süßen Wiegensang, Tröstungen ihm zu.

Lächle mit dem Himmelstrahl Trauter, lieber Mond In das stille Friedensthal, Wo die Freundin wohnt.

Ströme deinen Segensquell Hin auf ihr Gemüth, Das so lieblich, rein und hell Wie dein Antlitz blüht.

Zeuge meiner Seligkeit, Meiner Freundin Freund, Der oft still und ohne Neid Mich mit ihr vereint.

Ist der Tag nicht bald vollbracht, Holder Bundesstern? Ach, ist die Vermählungsnacht Immer noch so fern?

Mond, wann fällt dein bleicher Strahl Lächelnder herab Auf das ew'ge Friedensthal, Auf das stille Grab,

Wo die Sehnsucht schläft und ruht, Ach wohin sie zieht, Wenn mit ihrem höchsten Gut Sie der Erd' entflieht?

Mond, mein Geist fliegt auf zu dir, Um den Ort zu weihn, Wo er eins mit Ihr, mit Ihr, Seliger wird sein.

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An den Mond · Max von Schenkendorf · Poetry Cove