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1800

2. Nach Ulrich von Lichtenstein

Max von Schenkendorf

Ich bin hohen Muthes! Hoher Muth so wohl mir thut, Nichts gibt es so Gutes Als mit Züchten hoher Muth.

Hochgebornes schönes Weib Mag sich wohl erwerben Hochgemuthen Rittersleib. Mit dem süßen Munde

Sprach die Liebliche ein Wort, Das seit jener Stunde Allen Kummer bannte fort. Leise sie das Wörtlein sprach –

Doch die lichten, hellen Augen sprachen's nach. Ihre Weibesgüte Nahm's aus ihres Herzens Grund,

Freude, Hochgemüthe Blüht' mir auf zur selben Stund', Da sie sprach das süße Wort, Das nun immer bleibet

Meiner Freuden Hort. Von ihr hab' ich Ehre, Von ihr hab' ich hohen Muth, Noch gibt mir die Hehre

Manches andre süße Gut. Freude, Wonne, Ritterleben Hat sie mir zum Lohn Meinem Dienst gegeben.

Habe von der Guten Leib und Gut und graden Sinn. Der viel Wohlgemuthen Ritter ich mit Treuen bin.

Was sie will, das will auch ich. Herrscherin und Fürstin Ist sie über mich.

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