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1800

2. Das Fenster

Max von Schenkendorf

Mein Fenster geht nach Morgen, Nach Morgen geht mein Sinn; Da ziehen meine Sorgen Und meine Sehnsucht hin.

Ihr Mitternachtsgesichte, Nun weichet weit zurück; Mich grüßt vom reinen Lichte Der erste frühe Blick.

Die Luft um Brust und Locken Mir spielet frisch und mild, Wohin denn willst du locken, O Lust, so gotterfüllt?

Die fernen Klänge dringen So rührend in mein Ohr, Hinauf möcht' ich mich schwingen Zum Aufgang hoch empor.

Das goldne Thor steht offen, Die liebe Stimme spricht, Da weilt mein süßes Hoffen, Da wohnt das ew'ge Licht.

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