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1753

Gelegenheitsgedicht.

Johann Georg Scheffner

Schön war der Abend, Frühlingsduft Durchbalsamte die heitre Luft, Und jeder Stern war aufgegangen, Cytherens himmlich Feuermeer

Schoß zehnfach Stralen um sich her, Und Nachtigallen sangen. Doch Venus Stern und Frühlingsduft Und Nachtigall und Abendluft

Vergaß ich in der Schäferstunde. Den Gipfel aller Lust erstieg Der Geist, und Balsam goß der Sieg Sanft um den Rand der Pfirsichwunde.

Sprich Mädchen schlug im Busch und Thal, Je eine schönre Nachtigall? Ließ je ihr Lied dein Herz so wallen? Und als sie müd vom Nachtgesang

Zahm auf den weißen Busen sprang, Hat sie auch da Dir noch gefallen? Wie auf dem jungen Zweig vergnügt Sich Philomele einsam wiegt;

So wiegte sich auf Busenhügeln, Und sah umher die Nachtigall, Um sich zum neuen Flug ins Thal Durch jeden Herzschlag zu beflügeln.

Druck mit der weichen Hand doch nur Den Lieblingssproßer deiner Flur An Dich, und spiel mit seinen Schwingen Er ist ein kleines dankbars Thier,

Und wird für dies Geschmeichel Dir Das schönste Ritornello singen.

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