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1854

Träume mit den leichten Schwingen

Adolf Friedrich von Schack

Träume mit den leichten Schwingen Flattern zwischen ihr und mir, Schweben auf und schweben nieder, Tragen kaum geborne Lieder

Flügelschnell ihr hin und bringen Mir ein Lächeln heim von ihr; Pflücken Blüten auf den Auen, Schön, wie sie der Frühling giebt,

Streuen auf ihr Ruhekissen Maienglocken und Narzissen, Die in Düften ihr vertrauen, Daß mein Herz sie einzig liebt.

Ihre Lippen regt sie leise, Wie sie solche Gaben sieht; In dem Flüstern, in dem Lallen Hör' ich meinen Namen schallen,

Und wir reden wechselweise, Bis der Schlummer von mir flieht. Dann im Dunklen aufgerichtet, Schau' ich, daß ich einsam bin –

Ach, im Traum nur mocht' ich wagen, Was ich fühle, ihr zu sagen, Und das Lied, für sie gedichtet, Stirbt auf meiner Lippe hin.

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