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1854

Süßes Geheimnis

Adolf Friedrich von Schack

Glaub nicht, daß ich dem lauten Tage Verrate, was du mir vertraust, Wenn mir vorbei mit flücht'gem Schritte Du wandelst in der Deinen Mitte

Und mit dem Blick, halb kühn, halb zage, Verheißend mir ins Antlitz schaust. Berauscht vom Zauber deiner Nähe Dann seh' ich lang dir staunend nach,

Und mählich erst, indem ich sinne, Werd' ich des eignen Glückes inne, Wenn ich die Rede ganz verstehe, Die stumme, die dein Auge sprach.

Die Abendschatten werden trüber, Längst in die Ferne schwandest du; Und, wie den Tropfen Tau die Blume Birgt in des Kelches Heiligtume,

Schließt meine Seele still sich über Dem duftenden Geheimnis zu.

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Süßes Geheimnis · Adolf Friedrich von Schack · Poetry Cove