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1854

Sonett

Adolf Friedrich von Schack

Wie lieblich ruht es sich in Sommernächten, Wenn durch das Laub, wo träumend Vögel singen, Der Westwind rauscht, als ob auf Mondlichtschwingen Von fernen Welten Geister Grüße brächten.

Adele wiegt mich sanft mit ihrer Rechten, Und, wie wir fest uns aneinander schlingen, Umwallen uns mit schwarzen Lockenringen Langfließend ihres Haars gelöste Flechten.

Schlaf, heil'ger Schlaf! laß deine Murmelquellen Melodisch rauschend unser Haupt umspülen, Und trag uns fort auf ihren Schaukelwellen Ins Meer des Traums, daß nach dem Tag, dem schwülen,

Wir uns in seinen frischen, dämmerhellen, Von Mondenglanz erfüllten Grotten kühlen.

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