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1854

Orientalisch

Adolf Friedrich von Schack

Trauervoll die langen Nächte Lehn' ich an dem Dachgeländer, Und an meine Lippen drück' ich Ihrer Liebe süße Pfänder;

Denke jener sel'gen Stunden, Da wir beide, Küsse tauschend, Leben uns und Seele schenkten Als zwei glückliche Verschwender.

O wo weilt sie nun, die Holde, Daß umsonst ich nach ihr spähe? Bergt ihr sie in euren Thalen Immer noch, ihr Euphratländer?

Sehnend in die Weite späh' ich, Ob mein Blick die Karawane Nicht erschaut und nicht von ferne Weiße wallende Gewänder;

Aber statt des Schalls der Glöckchen Hör' ich nur den Schakal heulen, Bis der öde Morgen dämmert Um der Wüste blasse Ränder.

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