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1854

Lebenswonnen

Adolf Friedrich von Schack

Auf hohen Bergesgipfeln stehn, Einen geliebten Freund umschlingen, Hinauf zu den Wolken jubeln und singen Und hinab zu den Thälern und Seen;

Einander im seligen Taumel schwören, Sich in Leben und Tod zu gehören, Große Thaten dereinst zu vollbringen Oder im Ringen unterzugehn;

Im leichten sturmgeschaukelten Boot Ueber das Meer dahingetrieben, Mit der einen, die wir lieben, Ruhen beim flammenden Abendrot;

Lippen und Herz aneinander pressen Und, der Erd' und des Lebens vergessen, Durch der Wellen Schäumen und Stieben Entgegenjauchzen dem leuchtenden Tod;

Nachts sich unter dem Sternenzelt In dem wogenden Lichtglanz sonnen, Der aus dem unergründlichen Bronnen Der Ewigkeit niederschauert und -fällt,

Bis die Seele im trunknen Gesichte Eins sich fühlt mit dem ewigen Lichte – O wie schwindet nach solchen Wonnen Alle Freude und Größe der Welt!

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