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1854

An die Prinzessin E.

Adolf Friedrich von Schack

Du lächelst hold beim Morgengruße, Als ob kein Gram auf Erden sei; Hold lächelnd schwebst mit leichtem Fuße Du abends mir im Tanz vorbei.

Und doch – die Schwermut ahnen alle, Die hin durch deine Seele schleicht; Denn früh den Schwamm voll bittrer Galle Hat dir die arge Welt gereicht.

An Herzen, die verzweifelnd brachen, Lag deines, bis zum Tod betrübt; So viel die Menschen dir versprachen Trug haben sie an dir verübt.

So laß die falsche Maske sinken Und nimm den Festkranz aus dem Haar; Mag sich das laute Leben schminken, Die Einsamkeit ist ewig wahr.

Gleich gilt vor ihr des Armen Kammer, Das prachtgeschmückte Fürstenhaus. – Geh denn und weine deinen Jammer Im dunklen Stübchen einsam aus.

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