Skip to content
1854

8.

Adolf Friedrich von Schack

Auf den Feldern dumpfe Schwüle Und verhüllter Sonnenbrand; Durstend schmettert die Cikade, Langsam nur mit trägem Rade

Wirft die wasserarme Mühle Einzle Tropfen an den Strand. Wetterschwere Lüfte brüten Ueberm regungslosen See;

Tiefre Klagelaute schallen Aus der Brust der Nachtigallen, In den Kelchen, in den Blüten Duftet ein geheimes Weh.

Fiebernd schmachtet, schlummertrunken, Aber schlaflos doch, die Flur; Unstet zucken Flammenblitze Um der Wetterstangen Spitze;

In ihr finstres Selbst versunken Liegt die träumende Natur. Komm, Gewittersturm, entlade Den verhaltnen Erdenschmerz;

Deinem Donner, deinem Regen Lechzt, was Leben hat, entgegen; Durstend schmettert die Cikade, Aber durst'ger ist mein Herz!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
8. · Adolf Friedrich von Schack · Poetry Cove