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1854

43.

Adolf Friedrich von Schack

Spätherbst war's; mit bunten Farben, In der Sonne mattem Strahl Schmückten um mich, eh sie starben, Sich die Blätter noch einmal.

Und Novemberstürme wehten Sie herab von Baum und Strauch; Von den wüsten Gartenbeeten Quoll's empor wie Moderhauch.

Alles schien um mich im Altern, Welk wie ich und siech zu sein, Und ich spann mich mit den Faltern Schon zum Winterschlummer ein.

Da heran zu mir geschritten, Wie ich saß in meinem Gram, Plötzlich kam's mit leisen Tritten, Die das Herz entzückt vernahm.

Und ein Wehn begann, das lauen Fittichs mir die Stirne schlug, Und ich fühlte, Frau der Frauen, Deiner Seele Atemzug.

Ueber mir in leichte Flocken Löste sich das Nebelgrau, Und ich sah dir süß-erschrocken In der Augen Himmelblau.

Sieh! Nun frühlingsgrüne Lauben Wölbt die Liebe für uns zwei! Konnt' ich's ahnen, konnt' ich's glauben, Nach dem Herbste solch ein Mai?

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