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1854

19.

Adolf Friedrich von Schack

Wilde Blumen dir zu pflücken, Duftende von frischem Tau, Ueber wilde Bergesrücken Streif' ich seit dem Morgengrau.

Tief im Waldesgrund auf feuchten Mooren die Vergißmeinnicht, Die wie Sterne einsam leuchten, Wo kein Strahl durchs Dunkel bricht;

Auf der Alpen steilster Spitze Die Genziane, blaugeaugt, Und die Rose, die dem Blitze Seine Flammenglut entsaugt;

Und die Blumenglockenranken, Welche bei des Sturms Gebraus Tönend hin und wieder schwanken: Alle wind' ich dir zum Strauß.

Dann sie, Teure! dir zu bieten Wieder eil' ich niederwärts; Nimm sie! Aus den wilden Blüten Duftet dir mein wildes Herz.

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